Archiv für August, 2011

Dropbox, Amazon etc… Alle haben diese neuartige „Cloud“ schon! Und ich? Natürlich auch, man will ja schließlich auf dem Laufenden bleiben =) Doch wozu braucht man überhaupt eine Cloud und was ist das eigentlich?

Die Cloud an sich…

Eine „Cloud“ ist im Endeffekt nichts anderes, als eine Festplatte die überall dort erreichbar ist, wo man auch Zugang zum Internet hat. Man muss sich das ähnlich einer Website vorstellen: Egal von wo aus man zugreift, man sieht immer die gleiche Page. Genauso funktioniert ein Cloudspeicher. Egal von welchem Ort/Gerät etc. man zugreift – man hat immer seine Daten direkt bei der Hand. Doch wozu braucht man das eigentlich?

Die einfachste Vorstellung ist Urlaub! Stellt man sich vor, man wäre im Ausland und es wird einem alles geklaut – Pass, Geld etc. Alles ist weg, wie also aus dem Land kommen ohne gültigem Pass? Eine Passkopie im Cloudspeicher und alles was man noch braucht ist ein Internetcafé und eine Behörde, die aus der Kopie ein legales Dokument macht! Oder zurück aus dem Urlaub und noch keine Zeit gehabt, die gemachten Bilder zu sichten aber alle Freunde wollen Sie sehen? Ab in die Cloud damit und einfach nur noch einen Link schicken =) Lust auf die Musiksammlung auch unterwegs im Handy? Ordnerkopie in die Cloud, Smartphone & Player an und Musik über die Cloud streamen…

Dies sind nur wenige Beispiele um zu verdeutlichen wozu man eine Cloud brauchen könnte, aber die Dienste haben auch Nachteile… Zum einen sind die Daten unverschlüsselt und nicht bei mir sondern bei jemanden, den ich nicht kenne und dem ich nicht vertrauen kann – was könnte er mit meinen Daten anstellen? Und wem zeigt er Sie alles im Zweifelsfall? Und warum werden Behörden ohne Probleme Zugang gewährt? (Siehe Beispiel Dropbox – US Behörden können ohne größere Probleme auf den Speicher zugreifen) Zudem ist die Authentifizierung meist recht löchrig und natürlich umso mehr Leute den Dienst nutzen, umso mehr Attraktivität bekommt er für Angriffe von außen!

Und meine Wolke?

Was liegt also näher, als eine eigene Cloud aufzusetzen? OK, zugegeben ist es keine echte Cloud 🙂 Aber zumindest das Prinzip dahinter soll das gleiche werden! Ich will einen Speicher, der sicher ist (also auch zu dem ich physikalisch Zugang habe), der überall sowohl von PC und auch vom Smartphone zu erreichen ist, verschlüsselt werden kann und Angriffstechnisch recht sicher ist.

Soweit so gut, meine Erste Wahl viel also auf das Thema Kosten. Den ganzen Tag den Rechner an, nur das ich mal irgendwann irgendwo auf ein Bild zugreifen kann? Nein Danke… Doch was ist denn immer online? Genau, mein Router! Mit integrierter Stromsparfunktion wird er nur aktiv, wenn ich ihn benötige! Und was hat das gute Stück? Einen USB Anschluss =) Nach einer Weile Googlen und Konfigurationen überlegen war ich schlauer – meine Fritzbox wird zum FTP Server! So sollte das dann etwa werden:

Um meinen heimischen USB Stick von Überall aus erreichbar zu machen, musste ich den Dienst DynDNS nutzen. Im Internet hat jede IP Adresse einen sogenannten Lease – eine Überlebenszeit. Nach 24 Stunden spätestens ist der Lease abgelaufen, die Adresse wird erneuert – für meine Cloud heißt das jedoch, dass nach einen Tag Schluss ist mit dauerhaft erreichbar sein! Um meine sich ändernde, dynamische IP jedoch immer erreichbar zu machen, brauche ich DynDNS! Dieser Dienst weißt einer festen Webadresse eine dynamische IP zu. Sobald sich die eigene IP ändert, wird die Adresse neu zugeordnet, die Namensauflösung (DNS = Domain Name System) funktioniert wieder und man merkt davon absolut nichts.

Ich habe also meinen USB Stick an die FritzBox gesteckt, unter Internet > Freigaben > Dynamic DNS meine DynDNS Daten eingetragen, den NAS Speicher + ausreichend starkes Passwort – aktiviert und siehe da: Ein FTP Speicher direkt über die FritzBox – meine Private Cloud!

Jeder PC kann FTP über eine DOS Shell oder den normalen Explorer realisieren – das ist kein Problem, doch was macht mein Smartphone? FTP auf dem Android? Natrürlich – mit dem wunderbaren Programm AndFTP – sehr zu empfehlen! Ruck zuck haben ich mich mit meiner „Cloud“ verbunden, kann Daten vom Smartphone auf den Speicher und umgedreht laden. Wenn man den Service als Backup nutzt, ist es vermutlich sicherer das ganze noch in einen Truecryptcontainer zu stecken, aber im Moment ist der Speicher für meine Anwendungszwecke perfekt! Dropbox nutze ich weiterhin gern und oft, jedoch liegt dort nicht mehr als etwas Musik und ein paar Bilder drin… Meine Bewerbungsdaten z.B. liegen jetzt sicher und brav in meiner „eigenen“ Dropbox 🙂

Danke fürs Lesen =)

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