Wikileaks und kein Ende…

Veröffentlicht: 30. November 2010 in Persöhnliches
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Whistleblowing ist das neue Trendwort des Jahres, so kommt es mir zumindest vor. Direkt hinter Terror… Und wieder gibt es etwas, was der Auffassung einiger Leute nah an Terror herrankommt!

Wikileaks ist eine Website, die vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit trägt, die von den Verantwortlichen geheimgehalten werden, aus welchen Gründen auch immer. Wenn man dies hört und jemanden unbedarften und unvoreingenommen Wikileaks so präsentiert – wer sollte da etwass dagegen haben?

Aber etwas gibt es, das mich stört. Ich bin dafür, bristande Informationen aller Art im Sinne der Transparenz an die Öffentlichkeit zu bringen, ich will nicht das hören, was mir unsere Politiker herbeten, weil mein Vertrauen zu diesen Leuten komplett erloschen ist. Ich möchte Klartext, ich will die Wahrheit auch wenn Sie unangenehm ist. Doch muss dies mit dem ungeheuren Medienrummel erfolgen? Medienrummel, der von Wikileaks über Twitter, alle mögliche Nachrichtenmagazine gestreut wird, das etwas erscheint „das die Welt verändern wird..“? Solche Thesen gibt allen Wikileaks Gegnern reichlich Zündstoff für eine großangelegten Gegenoffensive, sei es über Marketing oder einfach in Lügen das das brisante Material was dort veröffentlich ist, falsch und gefälscht sei etc.

Nicht umsonst wurde die Website von Wikileaks von einem politisch motivierten Gegner [1] mithilfe eines DDoS Angriffs lahm gelegt.. Würden die Berichte zeitgleich veröffentlich, zeitgleich an alle Nachrichtenblätter und -magazine  wäre dies sicher nicht passiert da es ja bereits zu spät gewesen wäre. Und ich habe keinen Zweifel das im Zeitalter des Internets schnell genug geht wenn jemand brisante Informationen leakt, die nicht für alle bestimmt sind…

Zudem ist mir leider immer mehr Julian Assange ein Dorn im Auge… Solche Websiten wie [2], die mich gerade auf Twitter erreicht haben, schürt leider immer mehr das Bild einer Ein-Mann-Whistleblowing-Armee. Mit allen Nachteilen… Gegen Assange läuft zur Zeit ein Verfahren wegen angeblicher Vergewaltigung und Er ist mit Haftbefehl gesucht, wie schnell kann diese Private Publicity auch auf Wikileaks abfärben und die Platform komplett ruinieren?

Gerade jetzt, im allgegenwärtigen Terrorgeschrei der Regierungen ist Wikileaks ein gefundenes Opfer. Denn vor aller Euphorie durch die Veröffentlichung von Außenpolitschen Verhalten (wenn ich es mal so nennen kann), vergessen einige vielleicht, dass Diplomatie auf Vertrauen basiert. Und ich werde sicherlich nicht der einzige sein, der sich jetzt vorstellen kann das das Vertrauen in die USA von Grund auf erneuert werden muss. Und das dies nicht nur Vorteile hat, kann sich jeder denken.

Ich persöhnlich bin der Meinung das die Veröffentlichung dieser Dokumente auf der einen Seite im Sinne von Transparenz und Öffentlichkeit der Regierung gegenüber Ihrem Volk wissenswert und informativ ist, auf der anderen Seite ist es nicht der „Supergau“ den ich von den Nachrichten von Twitter erwartet, vielleicht sogar „erfhofft“ habe. Der Rummel ist zu groß gewurden und für mich bei der Erscheinung der Docs irgendwie verpufft wie eine Seifenblase, trotz des Wissens das diese Informationen brisant sind.

Ich hoffe das Wikileaks einen Gang runter schaltet und sich nicht mit allen anlegt, nur um einen Informationskrieg zu starten den sie unmöglich gewinnen können. Den ich könnte mir vorstellen das einige Leute mit guten Informationen sich nicht an dieses Portal wenden, weil Ihnen die Art diese Informationen zu verbreiten, wiederspricht oder sie Angst haben durch den riesigen Medienrummel enttarnt zu werden.

Danke fürs Lesen, Kommentare sind immer erwünscht 🙂

[1] http://www.gulli.com/news/hacktivist-bekennt-sich-zu-cyber-angriff-auf-wikileaks-2010-11-29

[2] http://www.forbes.com/2010/11/29/julian-assange-wikileaks-business-media-assange_lander.html

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